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Hilfe im Todesfall

Aufbahrung, Überführung und Bestattung

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Zeit zum Abschiednehmen, Trauern und Loslassen

Die folgenden Zeilen, befassen sich mit dem Thema "Konfrontation mit dem Tod" und sollen zum Nachdenken anregen und auch für Denkanstösse sorgen. Sie erfahren hier aus einer persönlichen Sicht, welche Möglichkeiten Sie als Hinterbliebende/r haben um mit Ihrer Trauer um einen lieben Angehörigen umzugehen.

Und vor allem auch welche Möglichkeiten Sie haben, um gebührend Abschied von einem kürzlich Verstorbenen nehmen zu können. Diesen Beitrag schreiben wir auch deshalb, weil man meist nicht auf die Situation des eintretenden Todes vorbereitet ist und somit ggf. auch Dinge tut oder Handlungen vollzieht, die man später vielleicht sehr bereut.

Herzlichst, Ihre Maria Lentz

Wenn man mit dem Tod konfrontiert wird, befinden sich meist alle beteiligten in einer Extremsituation. Oftmals führen in einer solchen Situation dann fehlendes "Wissen", Unsicherheit oder z.B. vermeintlicher Zeitdruck dazu, dass man sich in kürzester Zeit von einem verstorbenen Menschen verabschieden muss. Und dies, obwohl hierfür eigentlich überhaupt kein sachlicher Anlass besteht. Hiermit ist gemeint, dass Sie alleine (in einem gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen) bestimmen können, wie lange, in welcher Form und an welchem Ort Sie Abschied von einem Verstorbenen nehmen können. Welche Möglichkeiten Sie persönlich zum würdigen und angemessenen Abschiednehmen eines Verstorbenen haben, will ich Ihnen im folgenden aufzeigen.

todesfall-bestatter


Aufbahren eines Toten, was ist das?

Nach Eintritt bzw. auch Feststellung des Todes eines lieben Menschen muss ein Arzt gerufen werden, der dann einen entsprechenden Leichenschauschein oder auch Totenschein ausstellt. Es besteht jetzt, auch ein wenig abhängig von landesspezifischen Regelungen, die Möglichkeit, einen Verstorbenen bis zu 36 Stunden nach Zeitpunkt des Todes (welchen der Arzt feststellt) ohne eine besondere behördliche Genehmigung zu Hause zu behalten und mit den Angehörigen gemeinsam intensiv Abschied zu nehmen.

Voraussetzung hierfür ist, dass der oder die Verstorbene keine meldepflichtige übertragbare Krankheit hatte. Hier können Sie sich auch mit dem entsprechenden Arzt abstimmen. Gleiches gilt auch für die genaue Zeit, die Sie Ihren lieben verstorbenen bei sich behalten können. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eine Verlängerung der Aufbahrungsfrist bei der zuständigen Behörde zu beantragen.

Im Anschluß an die Ausstellung des Totenscheines, und ggf. die Aufbahrung, erfolgt die „Überführung“ des Verstorbenen in eine sogenannte Leichenhallen (spezielle öffentlich/städtische Räume, meist auf Friedhöfen mit Kühlkammern).


Aufbahrung, ein intensiver Abschied und Trauerarbei ohne Zeitdruck

Diese Regelungen geben Ihnen und Ihren Angehörigen theoretisch und praktisch genügend Zeit und Spielraum, um sich in der Form von einem Toten zu verabschieden, wie Sie es sich wünschen. So haben Sie theoretisch gesehen mehrere Tage, in denen Sie und die Angehörigen vom Toten in aller Ruhe und Sanftheit Abschied nehmen können. Sie können Ihren Angehörigen berühren, Ihn streicheln oder ihm noch einmal gemeinsame Geschichten aus der gemeinsamen Zeit erzählen, oder zusammen Ihre Lieblingsmusik hören.

Eine Form des Abschiedes, den viele aus dem Zwang der Situation, Angst oder Unwissenheit nicht gehen, obwohl er einen ganz entscheidenden Einfluß auf die Trauerarbeit und die Psyche aller Beteiligten haben kann. Wenn Sie einer solchen Trauerarbeit und Abschiednahme Interesse haben, jedoch keine geeigneten Räume, oder aber das Aufbahren zuhause nicht wollen, so können Sie eine solche Aufbahrung auch mit einem Bestatter besprechen. Vorausgesetzt, dieser hat die Möglichkeiten, dann kann er Ihnen einen Raum zur Verfügung stellen, in dem ggf. mit Kerzen und etwas Blumenschmuck eine ausgiebige Abschiednahme möglich ist. Ein Bestatter kann Sie natürlich auch bei Dingen, wie bspw. einer Verlängerung der Aufbahrung unterstützen.

Sie können in der Phase der Trauerarbeit und des langsamen "Loslassen" auch in aller Ruhe mit den Angehörigen besprechen, in welchem Rahmen und mit ggf. welchen persönlichen Worten Sie Abschied nehmen möchten. Sie sehen an diesem kleinen bisherigen Auszug, wie wichtig es ist, sich bereits zu Lebzeiten mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Es kann von daher auch nie verkehrt sein, dieses Thema mit den lieben Angehörigen zu besprechen und im Zweifel auch einen Bestatter auszuwählen, der dies ggf. unterstützend von Anfang an professionell mit begleitet.


Hektik, Druck und Unwissenheit führen oft zu schmerzlichen Situationen

Tragisch sein kann der Fall, wenn Angehörige aus Unwissenheit oder vermeindlichem Zeitdruck und Hektik unmittelbar mit dem Hausarzt und der Ausstellung des Totenscheines einen Bestatter einbestellen, der dann unmittelbar den Leichnam abholen und die Dinge regeln soll. Tragisch ist dies, weil gerade Menschen, die sehr mit dem verstorbenen verbunden waren vor Leid und Schmerz förmlich handlungsunfähig sind.

Hier gilt es als Angehöriger keinen unbewußten Druck auszuüben, sondern ggf. ein paar Schritte um die Wohnung zu gehen und sich ggf. mit weiteren Angehörigen erst einmal zu sammeln. Nehmen Sie sich hier Zeit mit Entscheidungen, Sie stehen unter keinerlei Druck.

Wenn Sie selber direkt betroffen sind, lassen auch Sie sich nicht unter Druck setzen, sondern äußern Sie klar Ihre Wünsche. Im Zweifel auch den, dass Sie Ihren liebsten noch ein oder zwei Tage bei sich haben möchten um richtig Abschied zu nehmen. Auch die Angehörigen werden Ihnen dies im Nachhinein danken.

Natürlich gibt es auch Konstellationen, in denen aufgrund bestimmter familiärer oder sonstiger Umstände, eine Aufbahrung nicht förderlich ist. Es ist natürlich immer eine Extremsituation, in der im Zweifel Menschen auch an Ihre psychischen und physischen Grenzen gelangen. Das ist dann ein Punkt, an dem z.B. eine dauerhafte Konfrontation mit dem Verstorbenen auch negative Wirkungen auslöst.

Tatsache ist, das in vielen Fällen der Transport durch den Bestatter nur wenige Stunden nach Festellung des Todes erfolgt. Die direkten Betroffenen, wie auch die Angehörigen haben dann ggf. am nächsten Tag in der Friedhofskapelle die Gelegenheit sich, dann mit einer gewissen Flüchtigkeit, vom Verstorbenen zu verabschieden.

Letztlich muss dies jeder für sich selbst entscheiden, in welcher Form er seine Trauer verarbeiten und Abschied nehmen möchte. Nur an dieser Stelle die Bitte, dass wenn Sie einmal in eine solche Situation mit dem Wissen des vorhergesagten kommen, auch die anderen Angehörigen beiseite zu nehmen und über die Möglichkeiten und auch den Sinn und Zweck einer möglichen Aufbahrung zu sprechen.

Sie werden sich vielleicht schon die Frage gestellt haben, was passiert wenn ein Mensch in einem Pflegeheim oder Krankenhaus stirbt. Auch auf diese Punkte möchte ich noch eingehen.

 

Aufbahrung, Überführung nach Tod im Pflegeheim oder Krankenhaus

All das vorher gesagte trifft auch genau auf den Fall zu, dass der Tod in einem Krankenaus oder Pflegeheim eintritt.

Es liegt alleine an Ihnen, ob der oder die Verstorbene zu Ihnen oder in eine Leichenhalle bzw. Friedhofskapelle gebracht wird. Und Sie entscheiden auch ganz alleine durch wen dies passiert. Lassen Sie sich hier nicht unter Druck setzen. Sie haben auch in diesem Fall die Wahlfreiheit eines Bestatters Ihres Vertrauens. Auch wenn eine Kranken- oder Pflegeeinrichtung vielleicht mit einem Bestatter zusammenarbeiten mag, so treffen Sie alleinig die Entscheidung, wer den Toten abholt und wohin transportiert.

Der Tod in einem Krankenhaus oder Pflegeheim ändert nichts an den vorher gesagten Tatsachen und der Möglichkeiten der Aufbahrung zuhause oder ggf. auch in den Räumlichkeiten eines Bestatters. Mein Rat ist, unbedingt aktiv und intensiv Abschied zu nehmen. Sie helfen hiermit sich und auch Ihren Angehörigen die Trauer zu verarbeiten und Ihre Seele zu heilen.

Der Zeitraum, in dem eine Bestattung erfolgen muss ist je nach Bundesland etwas anders geregelt. Ihr Bestatter kann Ihnen hierzu Auskunft geben. Diese Zeiträume differieren zwischen 5 und 12 Tagen. Im Falle einer Feuerbestattung haben sie sogar mehrere Wochen Zeit, bis Sie die Urne beisetzen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Zeilen aufzeigen konnte, dass Sie niemand, drängt, Sie alleine bestimmen was mit dem Verstorbenen durch wen geschieht und auch wie und in welcher Form Sie Abschied nehmen können.


Ihre Maria Lentz

 

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